GedankenSchwamm

aufsaugen und auswringen

Warum ich als Rentner die Nachrichten jetzt nur noch in homöopathischen Dosen zu mir nehme

Moin, moin!

Früher, als ich noch im Handwerk geschuftet habe, war die Welt irgendwie einfacher. Da gab es Nachrichten, und die waren entweder langweilig oder schlechte Nachrichten. Heute? Heute sind die Nachrichten ein einziger, nie endender Strom aus „Oh verdammt, auch das noch!“.

Ich bin Rentner. Mein Alltag besteht aus Gesellschaftsspielen, Spaziergängen, Arztterminen und dem gelegentlichen Kampf mit dem Gedächtnis („Wo hab ich nochmal die Puschen hingetan?“). Da brauche ich nicht noch zusätzlich eine tägliche Portion Weltuntergang in meinem Leben. Die Straße von Hormus ist zu? Super. Trump labert wieder über Grönland? Wunderbar. Irgendwer schießt irgendwo auf irgendwen? Ko, schlimm, ich kann aber (leider) nicht ändern.

Ich meine, klar, ich will nicht in einer Blase leben. Aber ich will auch nicht jeden Morgen aufwachen und denken: „Boah, was haben die sich heute wieder ausgedacht, um mir den Tag zu versauen?“ Früher hat man sich über das Wetter unterhalten, heute unterhält man sich über Kriege, Krisen und KI, die uns alle überflüssig machen wird. Und ich? Ich will mich über das Wetter unterhalten. Oder über die Frage, ob ein Katekeker jetzt wirklich schon mit Nüssen versorgt werden soll.

Ich habe einfach keine Lust mehr, mir den ganzen Tag die Laune vermiesen zu lassen. Ich habe mein Leben lang gearbeitet, Steuern gezahlt und mich an Regeln gehalten, und jetzt soll ich mir auch noch den Kopf zerbrechen über Dinge, die ich eh nicht ändern kann?

Nein danke. Ich lese die Nachrichten jetzt nur noch so oft, wie ich Lust habe, und das ist nicht oft. Mein Blog ist mein digitales Tohuus, wo ich klönen kann, ohne dass mir jemand reinredet. Und wenn ich mal etwas Wichtiges verpasse? Dann erzählt es mir halt jemand beim nächsten Gesellschaftsspiel. Bis dahin genieße ich mein Leben, ohne ständige Hiobsbotschaften.

Also: Wer Bange um die Welt ist, soll sich um die Welt kümmern. Ich kümmere mich um mich. Und um die Frage, ob ich heute Abend Lust auf einen Schnaps oder doch lieber auf eine Tasse Tee habe. Das ist mein Beitrag zur Weltrettung.

Politik, Nachrichten, Rentner

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